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Warum eine etablierte Aktienkultur Arbeitsplätze schaffen kann

Sparen Investition Schild

Deutschland ist sicherlich kein Vorzeigebeispiel für eine Aktienkultur. Vergleicht man die Anzahl deutscher Aktionäre, die entweder direkt oder aber durch Fondsbesitz in Aktien investieren mit der Anzahl der amerikanischen Aktionäre, so ist eine große Lücke erkennbar. Ende 2011 waren 13,4% aller Deutschen in irgendeiner Form direkt oder indirekt in Aktien investiert. In USA hingegen liegt hingegen allein der Anteil direkter Aktionäre bei über 25%! Der Anteil direkter zuzüglich indirekter amerikanischer Aktieninvestoren übersteigt 40% (Quelle: Focus, 14.03.2011, Seite 121).

Nun stellt sich aber die Frage, ob und in wie fern eine etablierte Aktienkultur Vorteilhaft sein kann und wie diese Vorteile zustande kommen. In diesem Artikel möchte ich einige Argumente für die Aktie und eine breite Aktienkultur anführen.
 

Die Aktie – keine dumme Idee

Zunächst möchte ich kurz auf den Grundgedanken bzw. die Grundidee einer Aktie eingehen. Durch die Aktie und die Börse ist es möglich, dass Menschen mit Ideen, aber ohne genügend Kapital zu Menschen mit Kapital, aber ohne (innovative) Ideen finden. Das ist ein fairer Deal: Der Investor trägt zwar das Risiko in höhe seines Investmens mit, ist aber auch an den Erträgen beteiligt.

Überzeugt ihn also das Geschäftsmodell, kann er einen kleinen Betrag seiner Ersparnisse in eine innovative Idee stecken und hat die Chance auf eine attraktive Rendite. Außerdem hat er einen gewissen Anteil in ein echtes Unternehmen gesteckt, also ist im Bestitz eines saftigen Sachwertes! Welche Vorteile haben nun aber die Unternehmer mit ihren innovativen Ideen?
 

Einführung Unternehmerdenken:
Kapital schafft Arbeitsplatz

Ein Unternehmensgründer, der die Produkion seines Produktes aufnehmen möchte, braucht in der Regel eine Form von „Realkapital“. Das können einerseits bestimmte Maschinen und aber auch Menschen, also Arbeitskräfte sein. Bei der Expansion seines Geschäftes muss der Unternehmer nach einem einfachen Grundsatz kalkulieren: jeder zusätzliche Ertrag muss sämtliche Zusatzkosten mindestens decken! Logisch. Nur dann lohnt sich auch die Einstellung weiterer Arbeitskräfte.

Der Unternehmer hat also in der Regel überhaupt nichts gegen weitere Arbeitskräfte einzuwenden. Sucht man Beispielsweise bei Google nach dem Begriff Jobs Leipzig, so findet man eine Vielzahl an Jobangeboten, in denen der Unternehmer gerne auch gelistet sein würde. Um aber überhaupt expandieren zu können, muss auch genug Kapital zur Verfügung stehen. Da Banken in innovative Geschäfte ungern investieren, sind Unternehmen auf alternative Invesotren angewiesen. Durch die Aktie kann man hier bereits mit einem kleinen kontrollierten Anteil das Unternehmen vorantreiben.
 

Die Rolle der Aktienmärkte für die Arbeitsplatzschaffung

Hat nun eine hohe Funktionsfähigkeit der Kapitalmärkte eine positive Auswirkung auf die Beschäftigung? Meiner Meinung nach würde eine Erhöhung und Förderung der Aktienakzeptanz die Arbeitsmarktlage verbessern. Denn gerade kleine und mittelständische Gründungsunternehmen können bereits mit wenig Kapital den Grundstein für eine erfolgreiche Unternehmung legen – was viele Arbeitplätze schaffen wird.

Der Pioniergeist der Eigentümer und Unternehmensführer – plus die Bereitschaft, ins Risiko zu gehen – sichert den Fortbestand dieser Unternehmen. Ohne Bereitschaft vieler Kapitalgeber, ein Risiko einzugehen, wären viele zukunfsträchtige Projekte gescheitert. Das heißt nicht, dass sämtliche Ersparnisse in ein Aktieninvestment in Form von Wagniskapital gesteckt werden soll. Aber ein offeneres Umgehen mit dem Thema Börse wie beispielsweise in den USA hätte sicherlich einen positiven Effekt auf die Beschäftiung. Es kommt nicht von ungefähr, dass gerade in den USA die meisten und aussichtsreichsten Gründungen entstanden sind.

Dass diese These nicht frei erfunden ist, soll die folgende Studie untermauern.
 

Eine Studie über die Beschäftigung der 90er Jahre

Fakt ist: Unternehmen, die den Gang an die Börse wagen, schaffen überdurchschnittlich viele Arbeitsplätze. Auch schlummern in vielen Betrieben ungenutzte Arbeitspotentiale. Diese können erst durch ausreichend Kapital – also bspw. dem Gang an die Börse – erschlossen werden.

Eine bereits etwas ältere Studie des Deutschen Aktieninstitues zeigt: das durchschnittliche Arbeitsplatzangebot von über 50 Börsengängern zwischen den Jahren 1993 und 1996 lag teilweise weit über 10%, während der Gesamtbeschäftigungsgrad in Deutschland um 2,3% zurückging. Dies zeigt, dass Eigenkapitalbeschaffung durch die Börse die Beschäftigung deutlich beeinflussen kann. Herrscht eine zunehmende Aktienakzeptanz, kann dieser Effekt weiter gestärkt werden.
 

Fazit

Dieser Artikel soll kein Aufschrei und Verherrlichung der Aktienkultur sein, aber ein Gedankenspiel zur Existenzberechtigung der Aktie, die in letzter Zeit öfters unter die Räder gekommen ist. Mein Fazit ist, dass eine gute Funktionsfähigkeit der Aktienmärkte sowie eien hohe Aktienakzeptanz letztlich positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben können.

(Quelle: Deutsches Aktieninstitut ) Bild: © IckeT – Fotolia.com

 

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