4

Begriffserklärung: Was ist Bid, Ask und der Bid-Ask-Spread?

Sicherlich haben die meisten schon mal den Begriff Bid, Ask oder Bid-Ask-Spread gehört – zu Deutsch: Geldkurs und Briefkurs – sei es beim Kauf von Wertpapieren oder beim Eintauschen von Währungen. Aber was genau ist dieser Bid-Ask-Spread, warum ist er wichtig? Was sind die synonymen Begriffe in der deutschen Sprache? Wie kommt Bid- und Ask-Kurs zustande und auf was muss ich als Anleger oder Trader achten?
 

Was bedeutet Bid und Ask an der Börse?

  • Bid (englisch für „bieten“, bzw. im Kontext: Geldkurs oder Kaufangebot) ist der höchste Preis, zu dem eine Person oder Insitution (bspw. Bank oder Broker) bereit ist, ein Finanzinstrument (bspw. ein Wertpapier oder in unserem Beispiel eine Währung) zu kaufen. Es handelt sich also um den Angebotspreis – den gewünschten Kaufpreis. Um konkret zu werden: Möchte ich als Anleger ein Finanzinstrument verkaufen, bekomme ich den Bid-Kurs, da dieser aus Sicht der Bank oder dem Broker als Kaufkurs angeboten wird.
     
  • Ask (englisch für „nachfragen“, bzw. im Kontext: Briefkurs oder Preisangebot) hingegen ist der geringste Preis, zu dem der Händler ein Finanzinstrument zu verkaufen bereit ist. Wie die Übersetzung „Preisangebot“ bereits nahelegt, ist Ask somit derjenige Preis, zu dem ich als Anleger ein Finanzinstrument kaufen kann.

Mit den englischen Übersetzungen Bid und Ask ist der Sachverhalt meiner Meinung nach einfacher zu verstehen, als die verwirrenden Begriffe Geldkurs und Briefkurs. Eselsbrücken sind in den Kommentaren daher gerne erwünscht 😉 Wer sich merken kann, dass Bid für Geldkurs und Ask für Briefkurs steht, ist auf der sicheren Seite. Folgende 2 Beispiele verdeutlichen das.
 

Zwei kurze Beispiele aus Sicht des Anlegers

  • 1. Ich möchte ein Wertpapier XY kaufen. In anderen Worten: Ich frage ein Wertpapier XY nach. Wir übersetzen „nachfragen“ ins Englische und merken, dass „Ask“ die geeignete Übersetzung ist. Was zahlen wir nun für einen Kurs? Richtig: Ask!
     
  • 2. Ich möchte das Wertpapier XY nun wieder verkaufen. In anderen Worten: ich biete dem Markt das Wertpapier an. Wir wissen: bieten wird mit „Bid“ übersetzt. Und das ist auch genau der Kurs, den wir für den Verkauf erhalten.

Mit diesen Beispielen ist die Thematik etwas klarer geworden. Da es offensichtlich für eine Transaktion (Kauf und Verkauf) zwei verschiedene Begriffe gibt, liegt es nahe, dass es einen Unterschied zwischen diesen geben muss. Dieser Unterschied liegt im Preis, genauer gesagt im Bid-Ask-Spread. Darum geht es im folgenden Abschnitt.
 

Was ist der Bid-Ask-Spread?

Chart des Bid-Ask-Spreads im Währungspaar AUD/USD

Bid-Ask-Spreads im Währungspaar AUD/USD – Bildquelle: Screenshot aus Metatrader4
 

Spread bedeutet übersetzt „Spanne“ oder „Differenz“. Der Bid-Ask-Spread – zu deutsch Geld-Brief-Spanne – ist also der Abstand zwischen Bid-Kurs und Ask-Kurs. Dabei ist der Ask-Kurs (Briefkurs) grundsätzlich etwas höher als der Bid-Kurs (Geldkurs). Das liegt unter Anderem daran, dass der Verkäufer einen möglichst hohen Preis erzielen möchte, der Käufer hingegen einen möglichst geringen Preis.

Auch Währungen weisen einen Spread auf, wie das rechte Schaubild verdeutlicht. Hier ist in rot der Bid-Kurs und in blau der Ask-Kurs zu sehen. Wie hoch typische Spreads häufig gehandelter Währungspaare sind, kann beispielsweise über die Wechselkurse auf forextotal.de recherchiert werden.

Wie oben bereits erläuter, kauft ein Anleger zum stets etwas teureren Ask-Kurs und verkauft anschließend, wenn er sich denn irgendwann für einen Verkauf seines Finanzinstrumentes entscheidet, zum stets etwas günstigeren Bid-Kurs.

Würde er also theoretisch ein Wertpapier kaufen und unmittelbar im selben Moment wieder verkaufen, würde er einen Verlust in höhe des Spreads einfahren. Dadurch wird klar, dass der Spread aus Sicht des Anlegers als Kostenpunkt einkalkuliert werden muss, der zunächst einmal überwunden werden muss, um in die Gewinnzone zu rutschen (abgesehen von weiteren Kosten wie Ordergebühren, etc.). Aus Sicht der Bank oder des Brokers ist der Spread hingegen ein Ertrag.

In folgender Skizze ist eine typische Ordereingabe eines CFD-Brokers zu sehen. Hier wird nochmals deutlich, dass der Bid-Kurs unter dem Ask-Kurs liegt und das zum Ask-Kurs gekauft und zum Bid-Kurs verkauft bzw. Leerverkauft (geshortet) wird.

Ordermaske als Beispiel für den Bid-Ask-Spread im EUR/USD
 

Was bestimmt die Höhe des Spreads?

Überwiegend wird die Höhe des Spreads zunächst durch die Liquidität des Finanzinstrumentes bestimmt. Frei nach dem Motto: Wettbewerb belebt das Geschäft. Wird ein Finanzinstrument häufig gehandelt, so gleichen sich die Bid- und Ask-Kurse sehr nah an. Der Währungshandel als umsatzstärkster Markt weltweit ist ein typisches Beispiel für sehr geringe Spreads. Vergleichsweise weniger gehandelte Basiswerte wie Aktien – oder noch spezfischer: Aktien kleinerer Unternehmen aus dem SDAX – weisen höhere Spreads auf.

Auch innerhalb eines Finanzinstrumentes können sich die Spreads erweitern oder schrumpfen. Der Währungshandel hat beispielsweise auch über die Nacht geöffnet. Logischerweise nimmt das Handelsvolumen über Nacht stark ab, weshhalb dann häufig auch die Spreads leicht ansteigen.

Neben dem Haupttreiber Liquidität gibt es jedoch noch viele weitere Faktoren, die den Bid-Ask-Spread beeinflussen. So gibt es beispielsweise gehörige Unterschiede bei verschiedenen Brokern im Bezug auf deren Geschäftsmodelle. Manche Broker bieten den Handel ohne weitere Ordergebühren an. Im Gegenzug holen diese die Ordergebühren mehr oder weniger „versteckt“ über erhöhte Spreads wieder rein. Andere Broker bieten sogenannte börsenechte Spreads an, schlagen dann jedoch die übliche Ordergebühr auf.
 

Aus was sollte ich als Anleger oder Trader achten?

Aktive Anleger sollten sich grundsätzlich der Existenz von Spreads bewusst sein. Bei zwei zentralen Entscheidungen sollten die Spreads jedoch unbedingt berücksichtigt werden.

Erstens bei der Wahl Ihres Brokers, denn bei Spreads handelt es sich um einen Kostenpunkt, der bei jeder Transaktion anfällt. Glücklicherweise gibt es heutzutage viele Broker und einen belebten Wettbewerb. Unter dem Punkt „Broker Vergleich“ finden Sie auf youngbrokers.net eine Möglichkeit, schnell und einfach sämtliche Spreads zwischen allen namhaften Brokern zu vergleichen und somit direkt Kosten zu sparen.

Zweitens bestimmt der Spread in Anlehnung an die Größe Ihres Trading-Kontos indirekt, welche Märkte Sie handeln sollten. Anleger mit kleinem Konto sollten sich auf Finanzinstrumente wie Währungspaare oder Indizes wie den S&P 500 oder den Dax fokussieren, da hier die Spreads grundsätzlich geringer sind und die somit geringeren Transaktionskosten kleinere Konten schonen. Auf Forextotal.de wird Einsteigern und Fortgeschrittenen umfangreiches Wissen für diesen sogenannten Forex-Handel angeboten.

Anleger mit größeren Konten haben hingegen den Vorteil einer freieren Auswahl. Auch Anlageklassen mit höheren Spreads wie etwa Aktien sind aus Kostenperspektive dann möglich, da die verhältnismäßig größeren Gewinne die Kosten schneller decken.


 

Was das interessant? Weitersagen!

Ähnliche Artikel zu diesem Thema

4 Kommentare

  1. Manuel Kapeller sagt:

    Danke für diesen tollen Beitrag! Welches Brokerprogramm kann diese Daten (mindestens 5) anzeigen? Finde nirgends etwas das mir die bid/ask Daten mit einer guten Markttiefe anzeigt. Lg

    • philipp sagt:

      Hallo Manuel,

      freut mich, dass dir der Artikel gefällt! Sofern du Broker meinst, die die Markttiefe anzeigen, kann ich dir eventuell weiterhelfen. Auf brokerdeal kann man sich zu jedem Asset jene Broker anzeigen lassen, die Markttiefe unterstützen.
       

      Schau mal hier auf den Brokervergleich von Brokerdeal. Dann klickst du links in den Sortierungsfunktionen 2 Mal (!) auf Orderbuchtiefe. Dann erscheint ein Ausrufezeichen, was bedeutet, dass das Markttiefe-Kriterium jetzt zum Pflichtmerkmal wird. Du kriegst dann nur noch Broker angezeigt, die Markttiefe unterstützen! Die Sortierung geht übrigens sowohl bei Forex, als auch bei Indizes und Aktien.
       

      Der Screenshot hilft evtl nochmal etwas beim Nachvollziehen.
       



       
      Grüße und viel Erfolg beim Traden!

    • Christian sagt:

      Hallo Manual,

      die Ansicht von 1-10 ist über ein Orderbuch Level 2 möglich. In Deutschland geht dies in der Regel bis 5 und in den USA kenne ich das sogar bis zu 10.

      Grüße
      Christian


 

    Trackbacks & Pingbacks


     

    Hinterlasse deinen Kommentar!

    Submit Comment
    © 2016 Youngbrokers.net.
    Alle Rechte Vorbehalten. Angaben ohne Gewähr. Beachten Sie den Disclaimer · Impressum.