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Es gibt keinen Gold-Crash

Wo hin geht der Gold-Preis?

„Goldcrash“, „Disaster“ und „Dramatischer Preissturz“ – Der aktuelle ruckartige Abverkauf des beliebten Rohstoffes Gold ist der Anfang des Endes der Weltwirtschaft, wie wir sie heute kennen.

Das könnte man zumindest meinen, hört man auf bekannte und unbekannte Berichterstattung der Medien. Was der Charttechniker dabei lediglich als Korrektur innerhalb eines intakten Aufwärtstrendes beschreiben würde, wird da schnell mit einem Untergangsszenario berichtet. Logisch – die Aufmerksamkeit hat man damit sicher.

In diesem Artikel möchte ich auf das Big-Picture, also das Gesamtbild, des Goldpreises eingehen und mit einem interessanten Kommentar von Investmentlegende Jim Rogers einleiten. Nicht zuletzt wird man feststellen, dass sich im Zuge von medialer Untergangsstimmung meist sehr interessante Chancen auftun – und zwar in entgegengesetzer Richtung der Berichterstatung.
 

Jim Rogers: „Der Gold-Bullen-Markt endet noch lange nicht“

Jim Rogers gehört mit Warren Buffett zu einer der wenigen Persönlichkeiten, dessen Aussagen man in seinen Investmententscheidungen durchaus mal berücksichtigen darf. In einem Interview mit Jochen Stanzl von der BoerseGo AG wurde unter Anderem intensiv über den Goldpreis gesprochen – interessanter Weise kurz vor dem aktuellen Abverkauf.

Jim Rogers auf die Frage eines potentiellen Sell-Offs im Gold:

Jim Rogers
„If it happens, I hope I’m smart enough to buy more [Gold], because the Gold-Boom-Market isn’t over yet – not for a long time.“

Rogers Position wird deutlich: Korrekturen in Rohstoffen gehören zum Spiel dazu. Im Schnitt – so Rogers – korrigieren Rohstoffe alle 2-3 Jahre um 30-40%, das ist völlig normal. Gold hingegen hat in den letzten 12 Jahren lediglich einmal um 30% korrigiert. Eine Korrektur musste kommen.

Das gesamte Interview kann hier direkt angeschaut werden, die zitierte Passage und die Diskussion über den Goldpreis starten bei 8:55 Minuten.
 

 

Charttechnischer Ausblick im Gold

Wie angekündigt sollte bei einer größeren Korrektur, wie sie derzeit im Gold beobachtbar ist, das große Gesamtbild betrachtet werden. So erkennt man, ob wichtige Trendwenden stattfinden oder ob man insgesamt im Rahmen bleibt.

Auf dem abgebildeten Chart befindet sich die Preisentwicklung von Gold auf Wochenbasis. Das heißt, eine Kerze entspricht einer Woche. Somit können wir einen Blick in die Vergangenheit bis zum Jahre 2001 wagen. Schnell zu erkenenn ist, dass der Kursverlauf schon seit 2001 einem markanten Aufwärtstrend folgt.

Seit Mitte 2005 verschärfte sich der Aufwärtstrend gar und wurde bis heute (!) nicht verletzt. Ein kurzfristiger Abwärtstrend, wie er im Chart als gestrichelte Linie erkennbar ist, deutet zwar auf einen gewissen „Durchatmer“ im Edelmetall hin, langfristig gesehen sind die Aufwärtstrendlinien aber völlig intakt.

Bereits jetzt fallen die steile Aufwärtstrendlinie und der kurzfristige Abwärtskanal auf eine Kreuzunterstützung zusammen. Eine Gegenbewegung ist hier sehr wahrscheinlich. Auch wenn dies für mittelfristig agierende Anleger nicht zwangsläufig ein ideales Setup ist, bieten sich bald interessante Chancen. Spätestens bei einem weiteren Abverkauf in Richtung langfristigem Aufwärtstrend (seit 2001), bieten sich seltene und womöglich hochprofitable Trading- und Investmentchancen.

Goldpreis in der Chartanalyse vom 17.04.2013

Je nach Intensität der Bewegung beginnt die interessante Phase zwischen 1.300 USD und 1.200 USD. Der Gold Preis kann dabei beispielsweise über dieses Tool regelmäßig beobachtet werden. Außerdem werden wir im Falle dieses Szenario auf jeden Fall von uns hören lassen.

Kurzfristig agierende Anleger können bereits jetzt auf eine kurze Erholung und einem Rücksetzer zur Widerstandszone bei ca. 1.525 USD spekulieren.


 

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Bisher 1 Kommentar

  1. Martin Hark sagt:

    Ein wirklich sehr interessanter Artikel. Ich beschäftige mich gerade auch intensiv mit dem Thema Gold! Gold wurde in so kurzer Zeit vom „beliebtesten“ zum meist „gehassten“ Investment. Immer wenn ich so etwas lese, reizt es mich noch mehr in solch Asset Klassen zu investieren. Der aktuelle Goldpreisrückgang ist charttechnisch gesund … ich befürchte sogar, dass ein bewusster Kursrückgang erfolgen musste / sollte / soll … Gold wurde im letzten Jahrzehnt einfach zu stark, beinahe kann man es als Gegenpol zum herkömmlichen Papiergeldsystem verstehen. Zur aktuellen Goldpreisentwicklung kommt der prophezeite Fed-Gelddruck-Ausstieg auch gelegen … bevor ich diese Ansage jedoch glaube, will / muss ich es erst sehen. Schlussendlich finde ich selbst, dass ein bewusster „geringer“ Prozentsatz an Edelmetallen, hier vor allem Gold, in keinem Depot fehlen sollte … sei dies auch nur als Absicherung gegen das Schlimmste – Gold muss man wie eine Versicherung sehen – man hofft ganz einfach, dass der Extremfall nicht eintritt – und wenn doch, kann man auf Gold / die Versicherung zurück greifen.


 

     

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