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Trading-Strategie mit Ichimoku Kinko Hyo

Ichimoku Kinko Hyo Tradingstrategie mit Beispielen

Vergangene Woche widmeten wir uns sehr genau dem Thema Ichimoku Kinko Hyo – der bekannten und beliebten Wolkenchart-Darstellung. Dabei war das Ziel des letzten Artikels überwiegend die Definition und Erläuterung der Ichimoku-Wolke. Dort ging darum, die Basics des Ichimoku zu verstehen. Heute steht die Umsetzung des Wolkencharts ins Trading im Mittelpunkt. Dabei wird eine mögliche Ichimoku-Strategie ausführlich erklärt und anhand eines Beispieltrades visualisiert.
 

Ichimoku-Wolkencharts als Allrounder

Während manche Händler den Ichimoku nur zum besseren Lesen eines Charts verwenden, handeln andere ganz strikt eine der mehreren möglichen Strategien.

Überliefert sind dabei fünf Methoden, die sich unterschiedlich gut an den eigenen Handelsstil anpassen lassen. Hierbei kommen Trendfolger genauso auf Ihre Kosten, wie Marktteilnehmer, die lediglich die kurzfristige Bewegung handeln möchten. Auf verschiedenste Underlyings angewendet erzielt Trading nach Ichimoku ab Zeiteinheiten auf Stundenbasis die besten Ergebnisse, die allerdings wie jedes Trendfolgesystem in Seitwärtsphasen ihre besondere Aufmerksamkeit erfordern, da hier Fehlsignale häufiger auftreten.
 

Wolkenchart auf einem Himmel

Ichimoku-Trading mit einer Trendfolgestrategie

Die wohl verbreiteteste Technik die ich heute vorstellen möchte ist eine Trendfolgestrategie, welche auf der Kreuzung von Tenkan Sen und Kijun Sen basiert. Diese ist mit einfachen Systemen wie bspw. dem Lindencourt vergleichbar, da auch hier die Basis von einem langsameren und einem schnellereren Durchschnitt gebildet wird.

Der Ichimoku an sich ist zwar deutlich komplexer, in der Anwendung aber doch wesentlich einfacher als die zunächst chaotisch wirkenden 5 Linien des Ichimoku auf den ersten Blick vermuten lassen. Ähnlich wie beim System mit sich kreuzenden, gleitenden Durchschnitten, liefern hier die Schnittpunkte Ein- bzw Ausstiegssignale. Kreuzt beispielsweise Tenkan Sen den Kijun Sen also von unten nach oben, so ist das als Kaufsignal zu sehen. Umgekehrt gilt die gleiche Logik.
 

Beurteilung der Signal-Güte

Wie stark oder schwach dieses Signal zu werten ist, ist von der Lage dieser Kreuzung abhängig, wobei man hier 3 Fälle unterscheidet:

  1. Liegt der Kreuzungspunkt oberhalb der Kumo, so handelt es sich um ein starkes Kaufsignal.
  2. Kreuzungen innerhalb der Kumo sind als neutral zu bewerten
  3. Kaufsignale unterhalb der Kumo gelten als schwach, da die Kumo mit ihren Senkou Span A und B einen starken Widerstandsbereich darstellt

Bestätigt wird dieses Signal zusätzlich durch den Chikou Span, der als sogenannte Signalbestätigungslinie fungiert.
 

Konkretes Trading-Beispiel

Kommen wir nun zu einem Beispiel aus dem aktuellen Tageschart des Währungspaares GBP/USD:

Cable Tageschart mit Ichimoku Strategie

Konkretes Trading-Beispiel im Währungspaar GBP/USD
Kreuzungen von Tenkan Sen und Kijun Sen sind eingekreist
 

 

Im Chart sieht man 3 Schnittpunkte von Tenkan Sen (blaue Linie) und Kijun Sen (rote Linie), welche zur besseren Darstellung violett eingekreist sind. Der erste Schnittpunkt befindet sich unterhalb der Ichimoku-Wolke, der sogenannten Kumo, welche durch die beiden Linien Senkou Span A und B gebildet wird und als farbige Fläche im Chart dargestellt wird.

1. Schnittpunkt
Obwohl der Chikou Span (schwarze Linie) dieses Kaufsignal zwar bestätigt, ist es aufgrund der Lage als schwach zu werten. Schwach ist in diesem Fall so zu verstehen, dass mit einer Korrektur zu rechnen ist, da die Kumo sowohl als Unterstützungs- als auch, wie in diesem Fall, Widerstandsbereich zu berücksichtigen ist.

2. Schnittpunkt
Tatsächlich kommt es wie so häufig nach dem Ausbruch aus der Wolke zu einem Rücksetzer. Diese Korrektur kommt mit dem zweiten Schnittpunkt von Tenkan Sen und Kijun Sen einher, welcher in diesem Fall auf Grund der Lage über der Wolke ein schwaches Verkaufsignal liefert. Zudem notiert Chikou Span zu der Zeit über seinem Kurs, sodass er das Signal nicht bestätigt.

3. Schnittpunkt
Nachdem ein Doppelboden ausgebildet wurde, kam es zu einer Fortsetzung des Aufwärtstrends. Es folgte ein erneuter „Kumobreak“ und mit Überschreiten des letzten Swinghochs (dunkelgrüne Linie) lieferte der Ichimoku durch die dritte Kreuzung im Chart ein erneutes Kaufsignal. Dadurch dass dieser Schnittpunkt oberhalb der Ichimoku-Wolke liegt, ist das Kaufsignal als stark zu werten. Dieses wurde durch Chikou Span ebenfalls bestätigt und betrachtet man dazu die grüne, aufwärtsgerichtete Kumo am rechten Rand,stehen alle Indikatoren des Ichimoku auf Long. Deshalb erfolgt am roten Pfeil die Eröffnung einer Longposition.

Stopp-Loss-Setzung
Der Stopp Loss wird traditionell unter Kijun Sen gelegt und mit jeder Kerze versetzt. Aber auch Stoppsetzungen unter das letzte Swingtief oder der Einsatz der Parabolic SAR finden immer häufiger Anwendung. Klassisch erfolgt der Ausstieg wie bei Trendfolgessystemen üblich durch den Stopp Loss oder aber durch das Gegensignal. Gängige Praxis sind auch Ausstiege oder Auflösen von Teilpositionen an wichtigen Marken oder auf Grund von eindeutigen Umkehrsignalen.

 


 

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