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Wie man Währungskorrelationen im Forex Trading verwenden kann

Forex Trading findet immer mehr Anhänger. Die Investoren haben festgestellt, dass für den Einstieg in den internationalen Devisenhandel kein hohes Startkapital vorhanden sein muss, sodass sich diese Anlageform auch für jeden Privatanleger mit kleineren Konten eignet. Allerdings müssen die Forex-Händler beachten, dass der Handel mit internationalen Devisen schnellen Kursschwankungen unterliegt.

Beispiel einer Währungskorrelation

Währungskorrelation der Währungspaare EUR/USD und EUR/CAD
Quelle des Charts: guidants.com
 

Denn die Devisenkurse reflektieren die jeweiligen aktuellen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen in den verschiedenen Ländern dieser Welt. Werden bpsw. die Handelsbilanzzahlen der USA veröffentlicht, reagieren die Kurse der Währungen darauf – genauso wie auch auf etwaige Zinsänderungen, die Bundestagswahl in Deutschland, der Bankrott einer Bank oder eines großen Unternehmens und vielen weiteren bekannten und unbekannten Faktoren. Wohl keine Anlageklasse verdient den Titel „Spielball der Ökonomie“ mehr als Währungen. Die Volatilität ist hier enorm, das Ausmachen von Trading-Chancen oft ein kniffliges Spiel.

Um dieser Tatsache zu begegnen, verwenden erfahrene Händler verschiedene Strategien. Eine dieser Strategien beinhaltet die Berücksichtigung von Währungskorrelationen, die sich sehr gut für ein erfolgreiches Forex Trading einsetzen lässt. Mit ihr können gute Tradingchancen identifiziert und verifiziert werden, aber auch die Anpassung des Risikomanagements findet Berücksichtigung.
 

Was ist eine Korrelation?

Durch intensive Beobachtungen fällt auf, dass bei den Kursschwankungen häufig eine Währung auf die gleiche Weise auf die Kursveränderung einer anderen Währung reagiert. Diese Beziehung zwischen den Kursen von zwei Fremdwährungen wird hierbei auch Korrelation genannt. Erfolgreiche Trader machen sich diese Korrelationen auf verschiedene Weisen zunutze.

Definition Korrelation
Korrelation beschreibt den Zustand, in dem zwei Variablen in einem bestimmten Umfang voneinander abhängig sind. Die Variablen sind dann statistisch gesehen nicht unabhängig. Die Änderung einer Variable beeinflusst sogleich in einem bestimmten Ausmaß die Änderung der anderen Variable.

 

Hilfswerkzeug: Korrelationstabellen

Die Korrelationswerte verschiedener Währungspaare können in entsprechenden Tabellen abgelesen werden, die zahlreiche Forex Broker ihren Kunden zur Verfügung stellen. Manche Händler legen auch eigene Tabellen an, um die Entwicklung bestimmter Währungspaare detailliert zu beobachten und zu dokumentieren. Eine aussagekräftige Korrelationstabelle verfolgt die Kursentwicklungen der Devisenpaare über einen bestimmten Zeitraum.

Die Korrelationswerte liegen dabei jeweils zwischen -1 und +1. Eine hohe Korrelation, also eine wahrscheinliche Kursentwicklung in dieselbe Richtung, wird durch einen positiven Korrelationswert nahe dem Wert 1 ausgedrückt, während eine kaum vorhandene Abhängigkeit von zwei Devisenpaaren durch einen Wert nahe 0 gekennzeichnet ist. Auch negative Korrelationen sind möglich: Fällt ein Währungspaar bspw. um einen gewissen Prozentsatz, wenn ein anderes Währungspaar ansteigt, so liegt zwischen den beiden Devisenpaaren ein negativer Korrelationswert vor.

  • perfekt positive Korrelation: +1
  • perfekt negative Korrelation: -1
  • keine Korrelation: 0

Häufig werden Korrelationen in sogenannten Heatmaps dargestellt, welche statt konkreten Koeffizienten verschiedene Farben ausgeben. Da die zweite Stelle hinter dem Komma des Korrelationskoeffizienten nicht so wichtig ist, sondern vor allem die Tendenz der Korrelation, lassen sich auf diese Weise mit einem schnellen Blick die Korrelationen abfragen.

Währungskorrelationen Heatmap

Beispiel einer Währungskorrelations-Heatmap
Die Korrelation vom Währungspaar EUR/USD gegenüber anderen Währungspaaren,
sortiert nach dem Zeithorizont der Korrelation
Quelle: fxtrade.oanda.com
 

 

Währungskorrelationen beim Handel berücksichtigen

Wie kann man nun aber entdeckte Korrelationen berücksichtigen? Einerseits helfen starke Korrelationen dabei, Bestätigung bei seinen Analysen zu erhalten. Möchte man beispielsweise einen Ausbruch traden, und erkennt, dass das korrelierende Währungspaar bereits ein wichtiges Niveau durchbrochen hat, ist die Wahrscheinlichkeit für einen guten Trade höher. Auch Fehlsignale können so unter Umständen gefiltert werden. Wichtig dabei ist, dass man im besten Fall korrelierende Währungspaare auf einen Blick beobachten kann, in dem man diese auf dem Bildschirm nebeneinander legt.

Ebenfalls sollten Korrelationen Berücksichtigung beim Riskmanagement finden. Langjährige Beobachtungen haben zum Beispiel gezeigt, dass die Währungspaare GBP/JPY und USD/GBP einen hohen Korrelationsgrad aufweisen. Das bedeutet, dass eine Kurssteigerung des einen Währungspaares ebenfalls eine Kurssteigerung des anderen Paares erwarten lässt. Ein erfahrener Händler wird daher beim eingehen eines möglichen Trades auf diesen Zusammenhang achten, wenn er plant, beide Paare zu handeln. Das kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass er nicht beide Währungspaare in seiner üblichen Positionsgröße tradet, sondern jeweils lediglich nur die hälfte seiner gewöhnlichen Positionsgröße eröffnet. Denn wenn zwei korrelierte Werte gehandelt werden, hat das natürlich Einfluss auf das Gesamtrisiko (Klumpenrisiko).

Anders sieht es bei Währungspaaren aus, die einen negativen Korrelationswert aufweisen. Hier sieht ein erfolgreicher Forex Trader, dass er bei steigenden Kursen des einen Devisenpaares mit fallenden Kursen bei dem anderen Paar rechnen muss. Somit können auch zur Absicherung eines Kontos Währungskorrelationen im Forex-Handel eingesetzt werden. Die Eröffnung einer kleinen Position des negativ korrelierenden Wertes kann beispielsweise als Hedge dienen.

Gerade Privatanleger, die den Forexhandel über CFDs betreiben, sollten die Thematik der Korrelationen berücksichtigen. Häufig wechseln Korrelationen sehr schnell, weswegen diese ständig im Auge behalten werden müssen. Mehr Informationen und ein Zugang zum CFD Trading findet sich unter Anderem auf www.etxcapital.de. Dort können auf der englischen Website auch Korrelationswerte regelmäßig abgefragt und ins Trading übernommen werden.
 

Weitere Verwendung von Korrelationen

Natürlich sind Korrelationen in ihrer Anwendung nicht auf den Währungshandel beschränkt, auch in anderen Anlageklassen können Korrelationen ausfindig und ausgenutzt werden.

Insbesondere beim Traden von Rohstoffen wie bspw. Gold, die bekanntlich alle in US-Dollar gehandelt werden, ist die Berücksichtigung von Korrelationen des US-Dollar gegenüber anderen Währungen sinnvoll.

Welche Korrelationen berücksichtigt ihr regelmäßig? Gibt es neben Forex und Rohstoffen weitere interessante Zusammenhänge? Ich freu mich über eure Kommentare!


 

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Bisher 1 Kommentar

  1. Fibu sagt:

    Hey Philipp,

    klasse Artikel wieder und sehr schön zusammengefasst. Ich nutze für Korrelationen Google Docs und Google Finance, um Korrelationen tagesaktuell in dem Google Tabellen Tool anzuzeigen. Etwas umständlich, aber so konnte ich es auf meine Bedürfnisse anpassen. 

    Btw: Ich verwende Korrelationen im Forex und ganz klar bei Rohstoffen. Bei Rohstoffen unbedingt immer den US-Dollar im Auge behalten -> Schwacher Dollar, Rohstoffe potentiell stark. Und umgekehrt. Aber auch die Major Indizes, vor allem die amerikanischen, kann man gerne mal mit US-Dollar vergleichen. Oder aber mit den einzelnen Branchen.

    Gruß Fibu


 

     

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