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Was ist Hedging? Und wie kann man es mit CFDs umsetzen?

Hedging - was ist das überhaupt? Eine Hecke als Depotschutz

Der Handel mit Wertpapieren, Devisen, Edelmetallen oder mit Rohstoffen ist für jeden Investor immer mit dem Risiko verbunden, einen Kursverlust zu erleiden. Daher sichern zahlreiche Händler ihre Finanzgeschäfte mit einem Gegengeschäft ab. Diese Absicherung wird auch Kurssicherung, Sicherungsgeschäft – oder auf Englisch „Hedging“ genannt. Der Name leitet sich vom englischen Begriff „Hedge“, zu deutsch „Hecke“ ab, und bedeutet im übertragenen Sinne, dass man eine schützende Hecke um sein Depot errichtet.

Bei Hedging handelt es sich um ein Sicherungsgeschäft, das erfahrene Investoren schon seit vielen Jahren einsetzen. Allerdings ist der Begriff etwas in Verruf geraten durch einen Teil der sogenannten Hedgefonds, die in den weltweiten Finanzkrisen der letzten Jahre zu erheblichen finanziellen Verlusten und Insolvenzen renommierter Banken und Unternehmen geführt haben.

Dabei hat Hedging mit den Hedgefonds nur bedingt etwas gemeinsam. Wie sich herausstellen wird, ist für Hedging das Eingehen einer entgegen gesetzten Investition notwendig. Das Eingehen von Short-Position bzw. Leerverkäufen ist aber nur Hedgefonds gestattet, daher die Verwechslungsgefahr. Hedging wird auch heute noch von zahlreichen Händlern eingesetzt, um ihre gehandelten Positionen abzusichern und um sich gegen finanzielle Verluste zu schützen.
 

Wie funktioniert Hedging?

Anleger mit einem Wertpapierdepot können durch Kursschwankungen Geld verlieren. Vor allem bei einem großen Bestand an Aktien oder an anderen Basiswerten besteht immer das Risiko, dass sich die Wertpapierkurse entgegen der ursprünglich eingegangenen Position entwickeln, wodurch sich das Vermögen des Anlegers verringert.

Definition Hedging:
Eine Strategie, die es dem Investor erlaubt, Risiken einer von ihm eingegangenen Investition zu verringern. Dies geschieht durch Kombination negativ korrelierter Einzelpositionen. Die Risiken einer Position werden durch die Chancen der anderen teilweise kompensiert.

Um sich gegen diese Kursschwankungen abzusichern, kann der Anleger ein Gegengeschäft eingehen, beispielsweise durch ein unbedingtes Termingeschäft (Future) oder ein bedingtes Termingeschäft (Optionen). Der Händler verkauft also seinen Aktienbestand zu einem Termin in der Zukunft zu einem heute schon festgelegten Preis. Sollte sich der Kurs der Wertpapiere tatsächlich negativ entwickeln, hebt der Gewinn aus dem entgegengesetzten Termingeschäft den Verlust aus der Kurssenkung wieder auf, es kompensiert also in gewissem Maße den Verlust der ursprünglichen Position. Im Idealfall entsprechen sich Gewinn und Verlust oder der Gewinn übersteigt sogar den Verlust. Allerdings muss der Anleger sich von seinen Aktien trennen, die er zum Teil über einen langen Zeitraum in sein Depot aufgenommen hat. Außerdem ist jeder Kauf und jeder Verkauf von Aktien mit der Berechnung von Ordergebühren verbunden. Um sowohl den endgültigen Verkauf der Wertpapiere zu verhindern als auch um die Ordergebühren zu sparen, entscheiden sich daher immer mehr Investoren für ein Hedging mittels sogenannten CFDs.
 

Hedging am Beispiel der BASF Aktie - Was ist das?

Hedging-Beispiel im Falle einer Investition in die BASF Aktie
Das Risiko des Gesamtdepots wird durch eine Hedge-Position verringert
 

 

Beispiel Hedge: BASF Aktie
Ausgehend von einer längerfristigen Investition in die BASF Aktie wird eine Gegenbewegung des Aktienkurses an einem in der Vergangenheit mehrmals etablierten Widerstand erwartet. Um den zwischenzeitlichen Verlusten der vermuteten Korrektur zu begegnen, wird am Niveau des Widerstandes eine Shortposition eines BASF CFDs eröffnet. Bei Verlusten der Aktienposition steigt nun der Gewinn der entgegen gerichteten CFD Position. Die Short-Position wird schließlich nach einiger Zeit wieder geschlossen, beispielsweise wenn sich eine Aufhellung des Chartsbildes durch höhere Hochs ergibt.
 

Hedging im CFD Trading

Mithilfe von Differenzkontrakten, so die deutsche Übersetzung für einen Contract for Difference (CFD), lassen sich mit einem geringen Kapitalaufwand auch große Depotwerte absichern. Die meisten Broker bieten den CFD-Handel mit vielen bekannten internationalen Aktien an. Hat ein Anleger bestimmte Aktien im Bestand, kann er bei Bedarf also eine entsprechende entgegen gerichtete CFD-Position dieser Aktien handeln, indem er zur Kurssicherung mit der Position „short“ geht, also auf sinkende Kurse setzt. Er handelt also innerhalb eines Basiswerten zumindest für einen kurzen Zeitraum in beide Richtungen.

Durch den Einsatz eines Hebels ist dieser Handel mit einem geringen Kapitaleinsatz möglich. Je weiter der Aktienkurs bzw. das Vermögen der Aktienposition sinkt, umso höher fällt dann der Gewinn aus dem CFD-Handel aus – denn jene Position ist ja entgegengesetzt.

Die großen Vorteile des Hedging im CFD Trading gegenüber anderen Hedging-Instrumenten liegen in den geringen Gebühren, in dem Einsatz eines Hebels und darin, dass der Handel mit Differenzkontrakten leicht zu erlernen und auszuführen ist. Es muss sich aber jeder Anleger darüber bewusst sein, dass sich die Aktienkurse auch in die entgegengesetzte Richtung entwickeln können. In diesem Fall kann durch den CFD-Handel wegen des Einsatzes eines Hebels ein höherer Verlust entstehen. Dieser Verlust wird durch den Kursgewinn der Aktien in der Regel nicht ausgeglichen. In diesem Fall sollten die CFD-Verluste als „Versicherungsprämie“ betrachtet werden, die fällig waren, die Aktienposition abzusichern – in Rücksicht darauf, dass der Schadensfall „Kursverluste der Aktienposition“ eben doch nicht eingetreten ist. Wer genauere Definitionen und Hintergrundwissen erwerben möchte oder einen Zugang zum CFD Trading sucht, findet weiterührende Informationen auf www.etxcapital.de. Dort wird speziell auf CFDs eingegangen.

Wichtiger Disclaimer: Für den Anleger gilt grundsätzlich, dass mit verschiedenen Strategien in CFDs hohe Gewinne eingefahren werden können, auf der anderen Seite muss der Trader jedoch ebenso mit finanziellen Einbußen rechnen.


 

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2 Kommentare

  1. Stefan sagt:

    Wirklich bewusstseinserweiternd! 😀

  2. Fibu sagt:

    Hi Philipp,

    super geschrieben und tolle Grafik! Habe mich bisher nicht mit meinen längerfristigen Engagments beschäftigt, weil die noch Abgeltungssteuerfrei sind (vor 2009) und ich die nicht anrühren will. Finde das ist ein weiterer Grund neben bspw. Gebühren, sich nicht von einer Aktie zu trennen, auch wenn man Korrekturen erwartet… Werde das in Zukunft auf jeden Fall mal bewusster angehen! Thx 🙂


 

     

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