1

Trading für Berufstätige (Teil 2/3) –
Wahl von Underlying und Trading-Werkzeug

Teil 2 der Artikelserie "Trading für Berufstätige" und Leute mit wenig Zeit ;-)

Weiter geht es mit unserer Artikelserie „Trading für Berufstätige“ von Michael Hinterleitner (brokerdeal.de). In Teil 1 unserer Serie ging es zunächst um die Vor- und Nachteile von Feierabendtrading und welche Eigenheiten ein solcher Tradingstil mit sich bringt.

Heute soll der nächste Schritt getan werden. Bevor im dritten Teil das Regelwerk der Strategie besprochen wird, soll zunächst das geeignete Tradingvehikel gefunden werden. Aktien, Indices, Währungen, Anleihen, Rohstoffe? Welches dieser Underlyings ist das geeignete für unsere Berufstätigenstrategie? Und mit welchem Instrument soll gehandelt werden? Direktes Investment in Aktien oder beispielsweise das Trading mittels CFDs? Heute werden diese Fragen beantwortet. Bevor es los geht, hier noch die Gesamtübersicht dieser Artikelserie.

Teil 1: Vor- und Nachteile von Feierabendtrading
Teil 2: Wahl von Underlying und Trading-Werkzeug
Teil 3: Tradingstrategie und Trademanagement
 

Die Wahl der Underlyings

Das Underlying bezeichnet im engeren Sinne den Basiswert oder den Vertragsgegenstand eines Termingeschäftes. Hier ist damit jedoch weitläufiger schlicht und ergreifend die Anlageklasse gemeint, die in dieser Strategie gehandelt werden soll. Wie Sie sicherlich schon gemerkt haben, liegt mein Fokus für Bewegungs- bzw. Swingtrading auf Aktien. Die Bevorzugung der Anlageklasse Aktien hat mehrere Gründe.

  • große Auswahl, d.h. man findet eigentlich jeden Tag mindestens 1 attraktives Signal
  • ruhigerer Kursverlauf als Devisen oder bspw. der Dax im Tageschart

Bestimmte Basiswerte wie Gold oder der S&P 500 eigenen sich zwar ebenfalls hervorragend für das Swingtrading im Sinne dieser Berufstätigen-Tradingstrategie. Aber alleine aufgrund der Vielzahl von möglichen Tradingsignalen ist der Aktienmarkt unser Zielgebiet erster Wahl. Später – oder bei etwaigem Mangel einer Signallage – können Sie immernoch weitere Assetklassen hinzuziehen.

Wie jede Anlageklasse bringen auch Aktien ein paar Eigenheiten mit, die genauer untersucht werden müssen. Welche Faktoren müssen also gegeben sein, damit eine Aktie für unsere Strategie überhaupt in Frage kommt? Die folgenden Faktoren Liquidität, Spread, Swingverhalten sowie der Punkt Diversifikation werden aufeinander aufbauend berücksichtigt und sind daher als Filter zu verstehen.

1. Liquidität bei Aktien

Hier kann ich ein Lied davon singen, dass man die Finger von illiquiden Nebenwerten lassen sollte, wenn man denn nicht wirklich langfristig und mit großzügigen Stopps arbeitet. Wer mit Blue Chips handelt, für den ist genügend Volumen nie ein Thema, für alle anderen sehr wohl. Warum man trotzdem Nebenwerte nicht außen vor lassen sollte, ist deren höhere Volatilität, welche uns ja umso schneller zu unseren geplanten Kurszielen bringt. Das bringt aber nichts wenn die Aktie illiquide ist und keine guten Ausführungen garantiert werden können.

Das täglich gehandelte Volumen ist dafür schon ein guter Indikator, besser ist aber ein simpler Blick auf den Intradaychart der Aktien. Hat eine Aktie etwa einen durchgehenden 5min-Chart mit einer Vielzahl schön ausgeprägter Kerzen, ist ständig genug Action vorhanden, um saubere Ausführungen erwarten zu können.

Als ich darauf noch zu wenig geachtet habe, wurden auch Aktien wie die österreichische Zumtobel gehandelt. Weil diese im Tageschart äußerst attraktive Kursbewegungen aufweist, trendig und doch nicht zu unberechenbar.

Zoomt man aber in den 5min-Chart, wird das Problem offensichtlich: es ist schlichtweg nicht genügend Interesse an der Aktie vorhanden, um faire Ausführungen zu erhalten.

Hier hat man oft Stunden mit nur wenigen Ticks und darf sich nicht wundern wenn ein Gewinn auf dem Papier in der Praxis zu einem Verlust führt. Im folgenden Chart zum Vergleich die Aktie von Zumtobel im Vergleich mit der Bluechip-Aktie der Commerzbank, jeweils im 5-Minuten-Zeitfenster.

2. Spread

Hand in Hand damit einher geht unser größter Feind: Hoher oder ausgeweiteter Spread. Die zu einer schlechten oder gar unnötigen Ausführung führen. Am bequemsten recherchieren diesbezüglich lassen sich Aktien wenn der Broker sowohl Bid- als auch Ask-Charts im Angebot hat. Oder mit Hilfe einer Software wie etwa Tradesignal, in der man sich als Indikator einfach den Bid-Ask Verlauf über den Chart legen kann.

3. Swingverhalten bzw. Signalqualität

Erfüllt eine Aktie die beiden Kriterien Liquidität und Spread, kommt sie überhaupt erst mal für uns in Frage. Angenommen wir bekommen nun ein Signal, dann zählt jetzt noch das Swingverhalten. Der Name Swingtrading verrät ja schon, dass wir volatile Titel suchen, nicht solche die in einer Seitwärtsphase verhungern.

Erhalten wir also ein Signal einer Aktie die Anzeichen einer Seitwärtsphase erkennen lässt, ist dieses allen anderen immer unterzuordnen.

4. Diversifikation

Haben wir nach Berücksichtigung der Auswahlkriterien Swingverhalten, Liquidität und Signalqualität immer noch mehr Kandidaten als wir brauchen für einen Tag, dann sollte man an Diversifikation denken. Also sein Augenmerk auf die Wahl verschiedener Herkunftsländer sowie verschiedener Sektoren legen. Statt zwei französische Finanztitel zu kaufen wählt man halt nur einen davon, und dazu z.B. eine deutsche Industrieaktie und ein Versorgungsunternehmen.

Nachdem das Underlying und die kritischen Faktoren besprochen wurden, sollen nun die technischen Voraussetzungen aufgezeigt werden. Welche Software eignet sich für die Chartanalyse und mit welchem Instrument soll gehandelt werden?
 

Werkzeuge

1. Chartanalyse-Software

Bei der Wahl seiner Arbeitsinstrumente wird es dem Feierabendtrader nicht schwer gemacht. Es bedarf weder teurer Hardware noch Software, da kein Geld für sekundengenaue Kurse aufgebracht werden muss. Wenn man keine Intradaycharts benötigt, gibt es viele kostenlose Versionen. Wer noch nicht genau weiß, welche Software er nutzen möchte, der kann die folgende Liste genauer checken.

Natürlich schadet es nicht, Geld für kostenpflichtige Programme wie Tradesignal (nur Erweiterungen sind kostenpflichtig), Teletrader oder andere Anbieter auszugeben. Einfach weil man damit ungeheuer viel bewerkstelligen kann im Zuge von Backtestings und der Beobachtung vieler Werte gleichzeitig. Es wird aber empfohlen, zunächst einmal die kostenlosen Varienten zu prüfen.

2. Tradinginstrument

Als tägliches Tradinginstrument bzw. Tradingvehikel bevorzuge ich CFDs, da dies äußerst transparente und kostengünstige Instrumente sind und mit diesen zudem das Shorten unkompliziert möglich ist. Aktien benötigen einen größeren Kapitalstock und das Shorten gestaltet sich als äußerst kompliziert.

Unter den CFD-Brokern kommt allerdings nur ein Broker mit börsenechten Kursen in Frage. Also solchen Brokern, die ihre Kurse 1:1 zur Quotierung der Originalbörse stellen. Alle Broker mit hauseigenen, nicht-börsenechten Kursstellungen sind zumindest auf Aktien bezogen in der Regel zu vergessen. Hier erlebt man oft sein blaues Wunder mit Fantasiekursen, die sehr selten zu Gunsten des Kunden ausfallen.

Welche Broker ratsam sind und solche börsenechten Kurse bieten, kann man mit unserem Brokervergleich auf Brokerdeal.de schnell herausfinden. Die enthaltenen Informationen sind stets aktuell – das vereinfacht den Suchprozess im Brokerdschungel.
 

Fazit

In diesem zweiten Teil der Artikelserie „Trading für Berufstätige“ ging es um die technischen Voraussetzungen und um die geeigneten Underlyings für unseren Tradingstil. Aktien sind für uns die erste Wahl: Es gibt unzählige Möglichkeiten, täglich Signale zu erhalten. Wir beschränken uns aber unter Berücksichtigung einiger Faktoren auf liquide Wertpapiere mit geeigneter Signallage. Umgesetzt werden die Trades letztlich aber nicht direkt über Aktien, sondern über CFDs. Ein weiterer Vorteil der Berufstätigenstrategie sind die kostenlosen Tradingprogramme, da wir kein Geld für sekundengenaue Kurse bezahlen müssen.

Nachdem das Fundament nun errichtet wurde, geht es im letzten Teil unserer Trading-für-Berufstätigen-Serie um die eigentliche Strategie bzw. das Regelwerk, nachdem die Trades umgesetzt werden.

Trading für Berufstätige – Teil 3:
Tradingstrategie und Trademanagement

Viel Erfolg beim Trading
Michael Hinterleitner
 

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.


 

Was das interessant? Weitersagen!

Recent Posts

Bisher 1 Kommentar


 

    Trackbacks & Pingbacks


     

    Hinterlasse deinen Kommentar!

    Submit Comment
    © 2016 Youngbrokers.net.
    Alle Rechte Vorbehalten. Angaben ohne Gewähr. Beachten Sie den Disclaimer · Impressum.